Nach der Begrüßung durch Petra Bayr (Abg.z.NR, entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ) erzählten die beiden Fischer Haroune Ismael Lebaye (Mauretanien) und Ameth Wade (Senegal) am 4. Mai 2011 im Bildungszentrum der Wiener SPÖ von den dramatischen Auswirkungen der Fischereiabkommen und Joint Ventures der letzten 15 Jahre, von der Überfischung und dem Verlust traditioneller Fangmethoden, von Arbeitslosigkeit und Armut als Folge davon und illustrierten ihre Erzählungen durch umfangreiches Bildmaterial.
Während die europäischen Fischbestände bereits zu 90 Prozent erschöpft sind, sichert sich die EU in anderen Gewässern Fangrechte. Derzeit fischen über 150 EU-Schiffe in den Gewässern jener westafrikanischen Länder, die zu den ärmsten der Welt gehören. Ermöglicht wird dies durch die bereits angesprochenen Fischereiabkommen. Doch die westafrikanischen Fischer spüren nahezu ausschließlich die negativen Auswirkungen dieser fremden Flotten.
Im Anschluss an die Berichte der beiden Fischer diskutierten Mag. Andreas Balog (GEZA), Antje Helms (Greenpeace) und Dr. Manfred Schnitzer (BMEIA) unter der Leitung von Mag. Angelika Simma (ORF eins), über Alternativen für die Zukunft. Alle zehn Jahre wird die europäische Fischereigesetzgebung überarbeitet, die nächste Periode soll bis Ende des Jahres 2012 abgeschlossen sein. Damit bietet sich der EU derzeit die einmalige Chance, ihre Fischerei nachhaltig und sozial gerecht – auch außerhalb der eigenen Gewässer und damit weltweit vorbildlich – zu gestalten. Die DiskussionspartnerInnen waren sich darüber einig, welch große Bedeutung eine gerechtere Teilung und nachhaltigere Nutzung der Ressourcen Meer und Fisch in Zukunft einnehmen werden. So könnte ein Großteil der 15 Kilogramm Fisch, die jede/r Österreicher/in pro Kopf und Jahr konsumiert, nachhaltig gefangen werden.
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