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4. qualityaustria Gesundheitsforum „Chancen und Risken im Gesundheitswesen“ |
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| Bereits zum vierten Mal lud die Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH unter dem Ehrenschutz von Bundesminister Alois Stöger zum Gesundheitsforum. DI Axel Dick, Prokurist in der Quality Austria betont in der Eröffnungsrede: „Bei den wachsenden Anforderungen an das Management in den Bereichen Qualität, Umwelt, Riskmanagement und IT Security liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Integration aller relevanten Aspekte in einem Managementsystem.“ Andernfalls entstehen Parallelwelten und Insellösungen in der Organisation, die weder effektiv noch effizient seien. Dr. Günther Schreiber, Branchenmanager Gesundheitswesen in der Quality Austria: „Das 4. qualityaustria Gesundheitsforum hat klar und nachvollziehbar gezeigt, wie viel Potenzial derzeit im Gesundheitswesen brach liegt. Da dieses Potenzial nicht ausreichend genutzt wird, hat das bedauerlicherweise auch Auswirkungen auf die Patientensicherheit.“ Das Forum bestätigt aus verschiedenen Perspektiven, dass sowohl die Optimierung der Prozesse und Schnittstellen als auch die Ressourcenfrage die größten Herausforderungen für die Zukunft sein werden. „Dass die gelebte Unternehmenskultur mit Werten wie Respekt, Anerkennung, Wertschätzung und Offenheit wesentlich sind, war zwar keine neue Erkenntnis, aber eine sehr wichtige Erinnerung“, betont Schreiber. |
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Die Stolzalpe – ein Modellspital für Qualitätsmanagement
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| Univ. Prof. Prim. Dr. Reinhard Graf, Ärztlicher Direktor des LKH Stolzalpe: „Da unser Landeskrankenhaus in der ‚grünen Wüste‘ steht, müssen wir uns nicht nur sehr um unsere Patienten bemühen, sondern uns auch spezialisieren und Kernkompetenzen stetig weiterentwickeln.“ Diese Herausforderung wurde bereits 1992 aufgegriffen und erste Schwerpunkte wurden gebildet. Das Qualitätsmanagement hat seine Wurzeln im Jahr 1993 und ist heute umfassend entwickelt – mit dem Zweck, qualitativ hochwertige Gesundheitsdienstleistungen zu erbringen. Ziel des Landeskrankenhauses Stolzalpe ist es, sich zu einem Gesundheitszentrum für Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation zu entwickeln und als Informationsdrehscheibe zu fungieren. „Vor der ersten Mitarbeiterbefragung gab es große Aufregung, auch vor der Einführung des Riskmanagements“, erzählte Graf. Heute sind Mitarbeiter- und Patientenbefragungen ebenso Routine und akzeptiert wie das Riskmanagement. Der Umgang mit Risken erforderte aber auch eine Kulturveränderung. Graf dazu: „Von Fehlern können alle lernen.“ Wenn Probleme auftreten sollten, würden die Mitarbeiter angehalten, drei Lösungsvorschläge auszuarbeiten, so Graf. Jener Vorschlag, der am besten in das Gesamtkonzept passt, wird ausgewählt. Wichtig sei aber, dann auch Entscheidungen zu treffen, betont Graf, „denn keine Entscheidung zu treffen, heißt zu 100% einen Fehler zu machen.“ |
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Vorsorge ist eine gute Sache – auch aus juristischer Sicht |
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| Auf mögliche Organisationsrisken im Gesundheitswesen ging Dr. iur. Orlin Radinsky, Brauneis Klauser Prändl Rechtsanwälte GmbH, ein. Radinsky vertritt die Ansicht, dass – wie bei der Gesundheit selbst – das Thema Vorsorge auch im Rechtsmanagement eine gute Sache sei. Hintergrund ist das Verbandsverantwortlichkeitsgesetz, das im Sinne einer Generalprävention geschaffen wurde und Anreize stiften soll, das Qualitäts- und Riskmanagement innerbetrieblich zu verbessern. Dieses Gesetz sei grundsätzlich auch für Krankenhäuser, insbesondere mit privaten Trägern, von Relevanz. Entgegen der Meinung, bei dem Unternehmensstrafrecht neu würde es sich um totes Recht handeln, sagte Radinsky: „Es werden bereits in verschiedenen Branchen Fälle untersucht, bei denen Sorgfaltspflichten in technischer, organisatorischer und personeller Art vernachlässigt wurden.“ |
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qualityaustria Studie zum Thema Riskmanagement |
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| Eine aktuelle qualityaustria Studie zum Thema Riskmanagement kommt zu folgenden ersten Ergebnissen: 1. Risikomanagement wird von über 90 % der Unternehmen als wichtig oder sehr wichtig eingeschätzt. 2. Die vier wichtigsten Risiken sehen die Unternehmen in der Wirtschaftslage, dem Mitbewerb/Konkurrenz sowie in Problemen mit Kunden und im Mangel an qualifiziertem Personal. Auf Platz 5 stehen Mängel im Produkt oder in den Dienstleistungen. Rechtliche Risken werden teilweise unterschätzt. |
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Erfolgsfaktoren Kommunikation, Teamtraining, Hygiene und Ressourcen
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Peter Gausmann, Geschäftsführer der GRB Gesellschaft für Risiko-Beratung mbH betonte in seinem Vortrag, dass das Bewusstsein für Riskmanagement im Gesundheitswesen in Österreich größer sei als in Deutschland. Gausmann zeigte aber auch auf, dass in den USA Patienten wesentlich stärker in die Patientensicherheit eingebunden werden. Mangelnde Kommunikation ist immer wieder Ursache für Schäden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Sinne der Risikovorbeugung seien Teamtrainings in konkreten klinischen Situationen, weil dadurch das Zusammenspiel statistisch nachweislich verbessert wird.
Dr. Alexander Blacky, AKH Wien, klinisches Institut für Krankenhaushygiene meinte, dass insbesondere in der Hygiene noch viel Potenzial stecke, Infektionen im Krankenhaus zu vermeiden. 500.000 bis 1 Million Menschen erkranken in Deutschland an sogenannten Krankenhausinfektionen. In der EU werden die Zahlen auf 3 Millionen Menschen geschätzt. Betroffen davon seien auch Mitarbeiter, sogar zum Teil in höherem Maße. Dabei könnte dies durch mehr Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen der Krankenhausmitarbeiter um mindestens 50% reduziert werden. Die Erkrankung der Krankenhausmitarbeiter verursacht zusätzliche Kosten.
Univ. Prof. DDr. Philipp Metnitz aus der Intensivstation 13/1 AKH-MUW hat anhand von Statistiken gezeigt, dass eine Verbesserung der Ressourcen sowohl materiell als auch personell deutliche Verbesserungen im Sinne einer Reduzierung der Mortalität bringen könnten.
DI Herfried Geyer, Experte für IT Security in der CIS GmbH hat in seinem Vortrag das noch wenig bekannte Risiko der Datensicherheit dargestellt und damit aufgezeigt, dass dieses in der Zukunft ein wichtiges Thema sein wird, da zunehmende neue Applikationen und EDV-Systeme implementiert werden.
Den Abschluss des 4. qualityaustria Gesundheitsforums bildete ein Ausblick in die Zukunft mit den zu erwartenden Trends durch Jeanette Huber von der Zukunftswerkstatt M. Horx. |
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